Test: Jeep Compass e-Hybrid – 3 Töpfe für ein Halleluja
Ein Jeep mit nur drei Zylindern, darf man das? Diese Frage muss sich jeder Käufer der Marke mit den sieben Slots nun ste...
Man darf sich von Äußerlichkeiten nie täuschen lassen. So auch bei diesem Kia. Denn der Rocsta sieht älter aus als er ist. Und hat einen wilderen Namen als sein Wesen eigentlich war.
Ja es liegt natürlich voll auf der Hand, dass man beim Anblick des Rocsta automatisch an den Jeep CJ-7 denkt. So eckig, so kurz, so hochhaxert, das schreit natürlich nach lizenziertem Nachbau mit kleinen Änderungen. Die Wahrheit ist indes eine andere, wobei es dann doch überraschende Parallelen gibt, wenn nicht sogar Similaritäten. Aber der Reihe nach.
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Wenn man die Geschichte nämlich von ganz ganz vorne erzählen möchte, lautet der korrekte Name dieses Offroaders Asia Rocsta 102. Asia gehörte seit 1976 schon zu Kia und war ursprünglich nur dazu da, Fahrzeuge für das Militär zu bauen. Bei der Karosserie bediente man sich tatsächlich alter Pressformen von Willys, eine gewisse Ähnlichkeit mit den alten Jeeps war also grundsätzlich nicht von der Hand zu weisen. Aber hey, hier ging es ja rein um die Funktion, ein Lizenzbau war es auch nicht und dazu steckte unter dem Blech auch lupenreine Kia-Technik. Und wie bei den Amis kam man dann auch bei Kia zu Beginn der 90er-Jahre auf den Trichter, ob man aus diesem Raubein nicht doch auch etwas für den zivilen Markt stricken könnte. Warum denn auch nicht, schließlich befand man sich zu jener Zeit gerade auf großem Expansionskurs einmal rund um die Welt. Da könnte ein Halo-Car nicht schaden.
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Und so entstand aus dem rustikalen 102 der streichelweichere KM 410, sofort zu erkennen unter anderem an echten Türen aus Stahl, die die Stofflappen ersetzten, die ursprünglich die Einstiegsöffnungen notdürftig verhängten. Außerdem musste der Zweiliter-Kia-Motor einem 1800er von Mazda weichen, denn wer am Zivilverkehr teilnehmen wollte, musste auch diverse Auflagen erfüllen, die auf brennenden Schlachtfeldern womöglich relativ wurscht waren.
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Wirklich groß war die Käuferschar zwar nie, aber dennoch griffen die Kunden beständig zu dem eckigen Kia, da er in eine interessante Marktlücke zwischen dem deutlich kleineren Suzuki Samurai, dem weit ungehobelteren Mahindra CJ 340 und dem viel teurerern – aber ziemlich ähnlichen – Jeep Wrangler kugelte. Das Geschäft lief sogar so gut, dass man sich ab 1994 dazu hinreißen ließ, den Rocsta sogar nach Deutschland zu importieren, was eine kuriose Situation ergab, da man dieses Modell somit entweder offiziell oder von einem Grauimporteur kaufen konnte.
Die Freude bei unseren teutonischen Nachbarn hielt aber nicht lange, im Gegensatz zu Italien oder Australien zum Beispiel, wo man 1998 sogar noch einmal vieles umkrempelte, dem Rosta ein Hardtop und eine Klimaanlage verpasste und ihn erstmals hochoffiziell als Kia vertrieb. Zu guter letzt quasi, denn für das anbrechende neue Jahrtausend war die gesamte Technik mittlerweile schon dermaßen angegraut, dass man sie unmöglich fit machen konnte für die aktuellen Sicherheits- und Umweltauflagen, die sich in Europa immer breiter machten. 1999 war somit endgültig Schluss. Mit dem Rocsta. Und ein wenig auch mit den alten Jeeps.
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