Erste Ausfahrt mit dem Omoda 5
Zwei Ausstattungen, eine Motorisierung, durchwegs erstaunliche Preise. Wie gut der Omoda 5 wirklich ist und wo er abseit...
Zwei Ausstattungen, eine Motorisierung, durchwegs erstaunliche Preise. Wie gut der Omoda 5 wirklich ist und wo er abseits der Tarife überrascht, zeigt eine erste Ausfahrt mit dem Hybrid-SUV aus China.
Natürlich machen einen die Zahlen zuerst einmal skeptisch. 26.490 Euro für die Basis, 29.990 Euro für die Topversion, all das für ein knackig geschnittenes Kompakt-SUV mit Hybrid-Antrieb modernster Bauart – sogar mit vier Zylindern – da muss es doch einen Haken geben. Und wer es jetzt auf die Spitze treiben möchte, kann natürlich auf Detailsuche gehen und eventuell feststellen, dass manch Naht im Innenraum bei den Deutschen vielleicht um einen Hauch schöner genäht ist. Aber rechtfertigt das ungschaut einmal 20.000 Euro Aufpreis? Gehen wir also lieber nüchtern an den neuesten Wagen aus dem Hause Chery ran: Wie fährt, bewegt und bewährt er sich?
Abend im Visier
Grundsätzlich: Auf 4,5 Metern Länge bietet der Omoda 5 ausreichend Platz in der vorderen Reihe selbst für größer Gewachsene, im Fond immer noch genügend für den heranwachsenden Nachwuchs und der Kofferraum selbst liegt mit 300 Litern Basisvolumen zwar nicht im Spitzenfeld, reicht aber für die meisten Belange, da praktisch quadratisch und dank der großen Heckklappe gut zugänglich. Sitze und Sitzposition lassen nichts vermissen, und generell von den Dimensionen und Abmessungen hat man schnell den Eindruck, dass beim asiatischen 5er der abendländische Kunde definitiv im Vordergrund stand. Das gilt auch für die Bedienung: Natürlich gibt es kaum physische Knöpfe und vieles läuft über den Touchscreen. Die grundsätzliche Menüabfolge, die Platzierung der Symbole werfen aber keine Fragen auf und die primären Bedienelemente wie Blinker, Scheibenwischer und dergleichen sind selbsterklärend ausgeführt.
> Weiterlesen: Omoda 9: der goldene Kreislauf
Souveräne Belange
Genug philosophiert, Wählhebelchen auf D stellen und Abfahrt. Es wird den ein oder anderen geben, dem die Lenkung ein wenig zu gefühllos vorkommt, und das Fahrwerk zu stockig. Aber auch hier gilt: Im Großen und Ganzen gibt es nichts Handfestes zu kritisieren, wenn man sich den Preisunterschied zu alteingesessenen Herstellern vor Augen führt. Leise und gut gedämmt rollt es sich durch den Alltag, kein Knarzen oder Poltern ist zu vernehmen, alles wirkt äußerst ausgereift und erprobt. Was besonders vor allem für den Antriebsstrang gilt, der am meisten überrascht hat: Die Souveränität, mit dem das Duo aus 1,5-Liter-Benziner und 105-kW-E-Motor ans Werk geht: Meist übernimmt der Stromer das Zepter, liefert unaufgeregtes und solides Drehmoment, was für die üblichen Belange mehr als ausreichend ist. Und wenn das nicht reichen sollte, kommt der Verbrenner weitgehend unbemerkt hinzu und belästigt nur selten mit hohen Drehzahlen.
Gemessene Fragen
Welcher Omoda 5 jetzt für welchen der richtige ist? Die Basis Comfort-Line spielt mit 17-Zoll-Rädern und solider Sicherheitsausrüstung schon ein solides Paket, die zusätzlichen Euro für den Premium-Line verfügt dazu noch über Dinge wie 360-Grad-Kamera oder adaptiven Tempomat. Natürlich kann man sich jetzt darüber wundern, wie all das möglich ist, zu Preisen, die gemessen am Mitbewerb Fragen aufwerfen könnten. Nüchtern betrachtet und wenn man nur die Zahlen sprechen lässt, bleibt frei von jeder Moral aber wenig übrig, das gegen den Omoda 5 spricht. Das verwechselbare Design vielleicht, die schlechte Übersicht nach hinten oder der nicht sonderlich riesige Kofferraum. Aber sonst? Wenn es also kein Vollstromer sein soll, kein Diesel oder auch kein Allradler, eigentlich fast nichts. •
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