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Test: Smart #5 Brabus - Sanfter Riese

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Richter

Der Smart #5 Brabus kommt mächtig daher. Als ungewöhnlich großer Vertreter der Marke kann er mit sehr viel Technik zu einem ausgewogenen Preis dienen. Ist das die eierlegende Wollmilchsau?

Als neues SUV im D-Segment Fuß zu fassen, ist kein leichtes Unterfangen. Das ist Smart bewusst und tritt direkt mit Superlativen auf. Denn der #5 in der Brabus-Version hat von allem ein bisschen mehr. Ein bisschen viel mehr Leistung zum Beispiel. Er bringt 646 PS mit und sprintet so im „Raketenstart“ in nur 3,8 Sekunden auf 100 km/h. Im Alltag findet dieses Feature natürlich kaum Anwendung, nicht so wie der stets Stabilität vermitteltende Allradantrieb. Der sorgt dafür, dass das über 2 Tonnen schwere Familien-Rennauto auch immer den besten Grip hat. Darfs noch ein bisserl mehr sein? Ja! Denn was tatsächlich einen großen Unterschied im täglichen Betrieb macht, ist die Ladeleistung. Die kann nämlich mehr als die meisten Schnellladestationen: 400 Kilowatt. Bei der Lade-Power kann ein Zwischenstopp leicht den Schrecken verlieren. Dieser dauert im Idealfall nur mehr 18 Minuten (von 10 auf 80 Prozent).

Schneller Esel

Schnell sein kann er also, was sind noch seine Stärken? Mit seiner 100 kWh großen Batterie kommt er wirklich weit, wenn auch der WLTP-Wert von 540 Kilometern und ein Verbrauch von 19,9 kWh nur mit viel Stadtverkehr und wenig schwerem Fuß möglich sind. Gerade auf der Autobahn zollt das boxige Design sein Tribut und man kommt leicht über die 20 kWh. Wobei gerade das Design auch Positives mit sich bringt, sorgt es doch für unheimlich viel Platz im Innenraum. In der zweiten Reihe fühlen sich nicht nur Kinder sehr wohl, auch Erwachsene können dort entspannt eine Reise antreten. Die verstellbare Rückenlehne unterstreicht die Reisetauglichkeit noch mehr. Der Kofferraum mit 630 bis 1.530 Litern ist genug, um auch für längere Urlaube genug Gewand einpacken zu können. Dank der Durchreiche müssen die Ski nicht aufs Dach, das spart Energie und die Anschaffung einer Dachbox. Die Rückbank ist 40/60 geteilt umlegbar, dank der beiden Hebel im Kofferraum auch in Sekundenschnelle und mit nur einer Hand. 

Die Technik, der Hund

Der Nutzwert des zweiten Displays für den Beifahrer ist noch nicht zur Gänze erschlossen. Da werden aktuell Bildchen von Spotify und dem Smart Video-Service angezeigt. In Zukunft bieten sich hier bestimmt noch mehr Möglichkeiten, die dann per OTA-Update eingespielt werden. Aktuell jedoch fängt es in erster Linie die tiefstehende Sonne und spiegelt sie treffsicher in das Gesicht der Person am Steuer. Die Assistenten an Bord funktionieren alle so wie man sich das erhofft, nur der vorgeschriebene Geschwindigkeitswarner hat leider fast nie eine Ahnung, was die aktuell vorgeschriebene Geschwindigkeit ist. Zum Glück ist dieser Assitent deaktivierbar und die Sennheiser Dolby-Atmos-Anlage mit 20 Boxen und einem ausfahrbarem Zentrallautsprecher ist wieder frei für die kristallklare Musikwiedergabe. Ein Detail, was besonders positiv aufgefallen ist: Die Richtungsanzeigen im Head-Up-Display werden auch mit den Daten von der Google-Maps-Routenführung des über Apple CarPlay verbundenen Telefons übernommen. 

Allein auf weiter Flur

Wer einen Smart #5 Brabus kauft, schert sich wahrscheinlich wenig um die Produkte, die die Konkurrenz anbietet. Das ist gut, denn ein direkt vergleichbares SUV zu finden, ist aussichtslos. Vielleicht kann das Tesla Model Y Performance noch als Ablenkung ins Spiel kommen. Mindestens beim Preis und der Beschleunigung sind sie etwa gleichauf, sonst wird es dünn. Da es effektiv keine Aufpreisliste für den Brabus gibt, ist der Ab-Preis auch der Endpreis: 53,333 Euro netto. Wem das zu viel ist, der greift zur Pro+-Version und sprintet dank 363 PS an der Hinterachse auch in beachtlichen 6,5 Sekunden auf 100 km/h, zahlt dafür 45.000 Euro netto ein und bekommt dafür eine Reichweite von 590 Kilometern (lt. WLTP). 

  • Das Gefällt uns: Leistung satt, schnelles Laden, Sennheiser Musikanlage
  • Das vermissen wir: Adaptives Fahrwerk, vernüftige Ladeplanung, korrekter Temperatursensor
  • Die Alternativen: sind entweder deutlich kleiner, deutlich größer oder viel schwächer

 

Marke

Smart #5

Flotten-Tipp: 

Pro +

Testmodell: 

Brabus

Leistung | Drehmoment

363 PS (267 kW) | 373 Nm

646 PS (475 kW) | 643 Nm

Dauerleistung | Gewicht

85 kW | 2.260 kg

122 kW | 2.370 kg

0–100 km/h | Vmax

6,5 s | 150 km/h

3,8 s | 150 km/h

Reichweite | Antrieb

590 km | Hinterrad

540 km | Allrad

Ø-Verbrauch | Batterie

18,4 kWh | 100 kWh

19,9 kWh | 100 kWh

Laden AC

22 kW, 5:30 h (10–100 %)

22 kW, 5:30 h (10–100 %)

Laden DC

400 kW, 18 min (10–80 %)

400 kW, 18 min (10–80 %)

Kofferraum | Zuladung

630–1.530 l | 500 kg

630–1.530 l | 475 kg

Basispreis | NoVA

45.000 € (exkl.) | 0 %

53.333 € (exkl.) | 0 %

 

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